Zwei Tage Ubud – Zwischen Massentourismus und Spiritualität

Oft wurde uns in den vergangenen Wochen gesagt, wir sollen nach Ubud fahren.

Der Ort im Inneren von Bali ist vor allem bekannt für seine Spiritualität, seine Kunstszene, Yoga und gesunde Restaurants.

Ohne Plan nach Ubud

Nachdem wir also noch zwei Nächte gemeinsam mit Flo in Canggu verbracht haben, sind wir am Sonntag nach Ubud aufgebrochen. Es war ein komisches Gefühl nach zwei unglaublich schönen Wochen mit Made und Wayan unser kleines Paradies in den Reisfeldern zu verlassen. Aber wir wollen ja schließlich noch ein bisschen mehr von der Insel sehen.

Es war für uns auch das erste Mal auf Reisen, dass wir vorher keine Unterkunft gebucht hatten. Ich plane und buche ja so gern. Aber in Ubud wollten wir uns vor Ort was suchen. Einfach irgendwo aus dem Taxi springen und loslaufen. So richtig backpackermäßig :D.

In Ubud angekommen erwarteten uns aber erstmal vor allem volle Straßen, unglaublich viele Menschen und jede Menge Geschäfte und Restaurants. So wirklich spirituell war es auf den ersten Blick auf jeden Fall nicht. Uns war sofort klar, dass hier schon ein ganz anderer Wind weht, als in Canggu.

Wir drängelten uns mit unseren drei Surfboards durch die Touristenmassen und suchten nach dem perfekten neuen Homestay. Drei Zimmer haben wir uns letztendlich angeschaut, bis wir im Arjana eins gefunden haben. Das ging schneller als gedacht und kostete uns nur 200.000 IDR (ca. 13,30 EUR) pro Nacht inkl. Frühstück. Es war zwar sehr einfach und das Waschbecken hing nur noch am seidenen Faden, aber wir wollen ja sparen.

Also Rucksack in die Ecke, dritte Matratze für Flo neben das Doppelbett gestopft (das könnte etwas enger werden) und los in den Trubel von Ubud.

Beeindruckende Reisterrassen mit Hindernissen

Wir haben uns wieder zwei Roller besorgt und die bekannten Reisterrassen von Tegalang besucht. Knapp über eine halbe Stunde Fahrt und schon waren wir da. Noch 10.000 IDR (ca. 0,67 EUR) Parkgebühren bezahlt und dann konnten wir los.

Der Ausblick war Wahnsinn. Wir hatten ja inzwischen einige Reisfelder gesehen und auch in Terrassen angebaut, aber das war nochmal was ganz anderes.

Kaum waren wir aber zwei Meter gelaufen standen schon wieder kleine Kinder vor uns, die uns was verkaufen wollten. Postkarten gab es diesmal. Lehnten wir freundlich ab, zogen sie einen Flunsch und versuchten mit Nörgeln und Hundewelpenblick uns doch noch umzustimmen.

Wir liefen weiter und standen bald vor dem nächsten Hindernis. Zwei junge indonesische Frauen versperrten uns den Weg und baten um eine kleine „freiwillige“ Spende. Freiwillig war da natürlich gar nichts. Bezahlst du nicht, kommst du nicht weiter.

Jetzt können wir es genießen, dachten wir anschließend.

Das ging auch für eine Weile gut, bis hinter der nächsten Kurve die nächste Spende fällig war. Wollen die uns veräppeln?
Wir sind dann einfach andere Wege gegangen.

Es war trotzdem toll zu sehen, aber es war natürlich auch völlig überrannt. Im Minutentakt haben große Reisebusse auf der Straße angehalten und eine neue Ladung Touristen ausgespuckt.
Schade. Das hat dem ganzen irgendwie den Zauber genommen.

tagelang reisterrassen

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Anschließend hatten wir Hunger. Wir haben einfach irgendwo im Nirgendwo angehalten. Die Umgebung sah eher weniger vertrauenserweckend aus, aber die Locals essen hier. Also kann es ja so schlecht nicht sein. Und es war super lecker. Was es war? Wir haben keine Ahnung.

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Lara Croft im Regen

Wir sind dann weiter gefahren zum Pura Gunung Kawi. Der Tempel mit den in den Felsen gehauenen Monumenten war bisher eines der schönsten Dinge, die wir hier auf Bali gesehen haben. Und der Eintritt von 15.000 IDR (ca. 1 EUR) pro Person ist vollkommen in Ordnung. Da wir kurze Hosen anhatten, haben wir am Eingang noch schnell einen schicken Sarong umgebunden bekommen und dann konnten wir rein.

Es hat uns irgendwie an ein Computerspiel erinnert. Kennst du noch Tomb Raider? So ähnlich haben wir uns gefühlt, nur mit einem weniger stylischen Kostüm.

Leider hat es kurz nach unserer Ankunft mit regnen angefangen oder besser mit schütten. Der Himmel öffnete seine Pforten als gäbe es keinen Morgen mehr.
Wir flüchteten noch schnell ins Trockene und dort saßen wir dann ewig fest. Aber es hatte was. Wir haben es trotzdem genossen.

Pura Gunung Kawi Ubud

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gunung kawi ubud

Am Abend haben wir uns dann ganz spontan mit einem weiteren Weltreise-Pärchen getroffen. Wir haben Sandra und Marco von leichtesgepaeck.de über Instagram kennengelernt und zum Dinner in Ubud verabredet. Wir hatten ein tollen Abend, haben uns von unseren Abenteuern erzählt und Tipps weitergegeben.

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Das macht das Reisen für uns auch aus. Fremde Länder werden für eine Zeit zu einem neuen Zuhause und fremde Menschen werden zu Gleichgesinnten und Wegbegleitern.

Insgesamt müssen wir feststellen es ist irre was in Ubud und Umgebung los ist. In dem kleinen Örtchen haben wir von der Spiritualität auf jeden Fall nicht viel gemerkt. Im Gegenteil. Massen an Touristen drängeln sich über die Fußwege, ständig wurden wir gefragt, ob wir ein Taxi wollen und es ist laut und hektisch.

Wir sind froh, dass wir dort waren und es ist ganz sicher eine kurze Reise wert. Auch der Affenwald in Ubud war ein Highlight. Aber uns zieht es zurück ans Meer…

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2 Kommentare

  • Antworten
    Linda
    15. Juli 2016 at 14:44

    Als ich euren Beitrag über Ubud gelesen habe, musste ich schon sehr schmunzeln! Uns ging es genauso! Nicht nur, dass es unglaublich voll und touristisch war, in Tegalalang war es auch noch sehr anstrengend. Ich glaube, wir sollten 3x Wegeszoll zahlen – natürlich ganz freiwillig, ahahah. Leider wollten sie uns trotzdem nicht vorbeilassen, als wir abgelehnt haben. So viel zum Thema „freiwillig“. Ich frage mich, ob die Touri-Busse alle freiwillig zahlen, gibt bestimmt ein paar reiche Amis, die ein paar Taler fallen lassen 😀

    Ab nächster Woche werde ich auf meinem Blog unsere Bali-Reise Revue passieren lassen, ich bin schon fleißig am Vorbereiten ✈ falls ihr Lust habt, schaut doch mal vorbei: http://infinitesummer.de

    Wohin geht es als nächstes?

    Reiselustige Grüße
    Linda

    • Antworten
      Lini
      17. Juli 2016 at 5:58

      Hi Linda,

      schön zu hören, dass das nicht nur uns aufgefallen ist :D…Aber es wird garantiert genug geben, die es ohne Diskussion einfach bezahlen. Ist ja auch in Ordnung. Aber es ist trotzdem schade, dass man an jeder Ecke so diskutieren muss. 🙂

      Wir sind jetzt erstmal zurück in Canggu und dann geht es nach Singapur und Lombok und anschließend wieder zurück nach Australien 🙂

      Wir schauen dann ganz sicher mal auf eurem Blog vorbei. Wir sind gespannt, was eure Erfahrungen sind 😉

      Ganz liebe Grüße
      Eileen

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