Westküste Australien #1 – 10 Tage Roadtrip in der Margaret River Region

Anfang Dezember ging es für uns nach knapp drei Monaten Arbeit wieder in den „Urlaub“. Besuch von Zuhause hatte sich angekündigt. Stefan kommt nach Perth und wir haben uns riesig gefreut. Endlich wieder ein bekanntes Gesicht aus der Heimat und vor allem 5 Wochen Roadtrip!!! Das kann nur gut werden. 

Also haben wir uns am Abend vor dem Nikolausi vorerst von Cath und Ross und unserem Auto Manni verabschiedet und sind in den Flieger Richtung Westküste Australiens gehüpft. Nach „nur“ vier Stunden Flug (in denen man in Europa mehrere Länder hinter sich lässt) waren wir dann auch schon da. Und siehe da, auf der Uhr war nur eine Stunde vergangen. Mehrere Zeitzonen in einem Land sind schon verrückt und machen es möglich.

Wir sind pünktlich 30min vor Stefan gelandet und konnten ihn also direkt bei der Ankunft abholen. Meine Güte waren wir aufgeregt. Wie das wohl wird? Ab jetzt sind wir wieder für eine Weile zu dritt unterwegs. Fetzt! Das wird der Hammer!

Jetzt muss er nur noch kommen.

Jedes Mal, wenn sich die Türen öffneten hielten wir jubelnd unser Schild mit „Mr. Estefan“ hoch. Aber er war es nicht…Aber dann! Endlich! Die Freude war auf allen Seiten groß, wir schlossen uns die Arme, als hätten wir uns Monate nicht gesehen. 😉

Am nächsten Tag führte uns dann direkt der erste Weg zur Autovermietung. Unser Gefährt für die kommenden 10 Tage wollte abgeholt werden. Wir waren begeistert, hüpften rein, ab zum Supermarkt, in den Fachhandel für Fischerei (ja, eine Speargun musste auch mit auf die Reise) und bei einem netten Brasilianer gab es noch ein Surfboard für Stefan, inkl. Campingtisch und einem alten Football. Dann ging es los.

Vom Getreidefeld zum Känguru am Strand 

Über den Wave Rock fuhren wir durch das Landesinnere Richtung Esperance. Auf dem Weg durch den sogenannten Wheat-Belt (Weizengürtel) Australiens sahen wir jede Menge Weizenfelder. Was für eine Überraschung. Es hat eine Weile gedauert aber nach Kilometer 700 vorbei an Weizenfeldern dämmerte es Stefan. Hier sind die Strecken doch schon länger als in Deutschland. Das hatte er unterschätzt. Jap, wir am Anfang auch. Aber es ist immer wieder beeindruckend.
Und es hat seinen ganz besonderen Reiz. Außerdem hatten wir jede Menge Zeit zum Auffrischen der News von hier und von dort.

Geschlafen haben wir die kommenden Tage stets irgendwo in der Pampa. Ein kleiner Schotterplatz hinterm Busch am Highway oder einfach ein kleiner Rastplatz. Viele Leute waren nicht unterwegs und wir hatten meist nur wenig Nachbarn.

An Tag 3 sind wir dann auch endlich wieder an der Küste angekommen. Willkommen am wohl schönsten Strand, den wir bis dato gesehen hatten. Der Lucky Bay im Cape-Le-Grand-Nationalpark.

Hier soll es sogar Kängurus geben. Direkt am Strand. Wie perfekt wäre das denn bitte? Aber bei unserer Ankunft wurden wir enttäuscht. Leider keine Kängurus da, sondern nur jede Menge Autos auf dem Sand. Hhm, vielleicht am nächsten Tag. Also machen wir uns erstmal was zu futtern und genießen die Aussicht. Gesagt, getan!

Plötzlich hüpften sie über den Parkplatz Richtung Strand. Christian und ich waren schon fast da und riefen permanent nach Stefan. Es wären seine ersten Kängurus! Endlich.
Aber er kam einfach nicht. Was macht der denn da oben? Er rührt weiter die Nudeln im Topf und hier unten sind die Kängurus, am Strand. Meine Güte.

Dann kam er nach einer gefühlten Ewigkeit endlich und erzählte uns von seiner Begegnung mit seinem ersten Känguru, oben am Auto. Mama und Kind wollten sich eben unser Essen vom Tisch stibitzen, als er aus dem Auto stieg. Er stand direkt vor ihnen und wir konnten natürlich lange nach ihm rufen.

Abgesehen von den tierischen Attraktionen ist der Cape-Le-Grand-Nationalpark aber auch weiter ein wunderschöner Fleck dieser Erde.

Mit dem Speer unter Wasser

Weiter geht’s Richtung Albany. Inzwischen saß auch Stefan schon ein paar Mal hinter dem Steuer. Nachdem er mehrere Male seelenruhig auf der falschen Seite gefahren ist, klappte es dann auch ganz gut mit dem Linksverkehr.

Der kleine Küstenort sollte also unser nächstes Ziel werden. Es stand das erste Mal Surfen und Speerfischen auf dem Programm.
Der perfekte Ort dafür ergab sich auf dem Weg dann ganz zufällig im Torndirrup-Nationalpark.
Wir wollten eigentlich nur mal kurz schauen wie es dort so aussieht und dann kamen wir an dieser kleinen Bucht an. Da war niemand. Nur wir drei, dieses irre Wasser und der kleine Fisch, den Stefan ganz stolz gefangen hat.

Wer sich jetzt fragt „Dürfen die das?“. Die Frage hatten wir uns dann auch gestellt. 😀 Also haben wir uns nochmal vorsichtshalber informiert, denn die Strafen in Australien haben es in sich. Und ja, wir durften. Das Angeln und Speerfischen in Australien unterliegt jeder Menge Regeln für bestimmte Zonen, aber dafür gibt es super Karten und Broschüren und dann waren wir auf der sicheren Seite.

Ein paar Kilometer weiter, am Windpark in Albany, hatten wir dann auch eine wahnsinnige Aussicht auf diese unbeschreiblich schöne Küste.

Unser Zuhause für die paar Tage war ein Parkplatz direkt an der Straße, abgeschirmt durch ein paar Bäume. Nicht viel, aber für ein Dinner am Abend und ein paar Nächte Schlaf ausreichend. Als wir am letzten Tag vom Duschen in der Stadt kamen und auf der Weiterreise zufällig nochmal am besagten Parkplatz vorbeifuhren sahen wir einen zurückgebliebenen Campingtisch. „Ohh, da hat jemand seinen Tisch vergessen.“ „Ha, wie kann man den denn vergessen? Wer hat eigentlich unseren eingepackt?“ Betretenes Schweigen im Auto war die Folge und schon stand Christian auf der Bremse, Kehrtwendung und wir haben unseren vergessenen Tisch wieder eingesammelt. 😀

Große Bäume, guter Wein und ein bisschen Rauch

An Tag 7 haben wir uns dann auf die Weiterreise Richtung Margaret River gemacht. Das Gebiet ist bekannt für seine Weingüter, die tolle Küste und die grünen Wälder. Unterwegs kamen wir noch bei den Elephant Rocks vorbei und besuchten das Valley of the Giants. Den Tree Top Walk in luftiger Höhe von 40m konnten wir einfach nicht auslassen.

Auf der Fahrt durch die Wälder roch es plötzlich nach Rauch. Wir schauten uns alle drei an „Brennt hier was?“. Und da sahen wir es. Rechts und links von uns war alles schwarz. Ein riesiger Buschbrand muss hier kurze Zeit vorher gewütet haben. Ab und zu qualmte es auch noch leicht am Straßenrand. Und was war unser Plan? Wir schlafen hier, mitten im Wald. Na prima. Also haben wir den eigentlich geplanten Schlafplatz ausgelassen und sind lieber noch ein Stückchen weiter gefahren. Hier sind wir hoffentlich sicher.

Glücklicherweise wurden wir in der Nacht nicht von einem plötzlichen Feuer geweckt und konnten am nächsten Tag weiterfahren. Eigentlich wollten wir in der kommenden Nacht wieder auf einem kostenlosen Campingplatz stehen, aber in der Margaret River Region war da nichts so wirklich zu finden. Und nun? Komm wir gönnen uns mal was. Lasst uns einen richtigen Campingplatz buchen!

Auf Tuchfühlung mit den Stachelrochen

Also landeten wir in Yallingup und zogen mit unserem Haus auf Rädern auf den super coolen Beach Holiday Park direkt am Wasser. Die Lage war der Hammer und wir hatten endlich Strom im Auto, sodass wir in Ruhe alle Geräte laden (und nicht irgendwo unterwegs auf der öffentlichen Toilette) und unsere tolle Mikrowelle nutzen konnten. Außerdem gab es fließend Wasser und sogar eine Waschmaschine. 😀 Über was man sich nach ein paar Tagen auf der Straße alles so freuen kann.

Die kommenden Tage haben wir also richtig genossen. Sonnenuntergang am Meer, frischer Fisch und guter Wein. Es hätte uns also schlechter treffen können.

Zu sehen gibt es hier aber auch wieder Einiges. Unsere Highlights im Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark waren die Canal Rocks und die Stachelrochen in der Hamelin Bay. Man sollte diese imposanten Tiere ganz sicher nicht unterschätzen und mit dem nötigen Respekt begegnen, aber in der Hamelin Bay gehören sie dazu wie der Sand zum Strand. Sie schwimmen tagtäglich am Strand ihre Patrouille und hoffen auf ein paar Fischreste der Fischerboote in der Bucht. Ihnen so nah zu kommen, war einfach irre.

Zurück in Perth mit kleiner Überraschung

Und schon war der neunte Tag unseres Trips gekommen. Ziel des Tages. Busselton. Die Busselton Jetty ist mit knapp 2km der längste Steg der südlichen Hemisphäre und das wollten wir noch sehen. Wir parkten also irgendwo am Strand, schauten nochmal nach den Wellen (leider keine da) und sahen den Steg schon in einiger Entfernung. „Ach da hinten ist es ja schon. Wollen wir hinlaufen?“ Nach dem vielen Rumsitzen im Auto klang ein kleiner Spaziergang nicht schlecht, also los. Wir liefen und liefen und liefen und irgendwie kam das Ding einfach nicht näher. Letztendlich war es gar nicht so nah. Es sah nur so aus, weil es so verdammt lang ist. Also hatten wir anstatt einen kleinen Spaziergang mehrere Kilometer zurückgelegt, noch die 2km über den Steg bis zum Ende und das Ganze wieder zurück. Wir haben gefühlt alle verpassten Kilometer der vergangenen Tage wieder aufgeholt. 😀 Aber wir wurden belohnt. Unterwegs begleiteten uns drei Delfine in gar nicht so weiter Entfernung im Meer. Westküste wir mögen dich.

Alles endete wo es angefangen hat – in Perth bei der Autovermietung, inkl. Überraschung. Wir gaben unser Auto ab und konnten das nächste gleich mitnehmen. Am nächsten Tag wollten wir dann zu viert, mit Jan, die zweite Runde des Roadtrips einläuten. Das Auto dafür gab es nun schon einen Tag früher und wir konnten Jan am nächsten Morgen am Flughafen überraschen…

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