Singapur – Drei arme Backpacker im teuersten Land Asiens und unsere Tipps

Nach unseren vier Wochen auf Bali in Indonesien haben wir pünktlich das Land Richtung Singapur verlassen. Unser Visum lief nämlich aus. Anstatt ein verlängerbares Visum zu erwerben, haben wir das Geld nämlich gespart und es in einen Kurztrip nach Singapur investiert.

Wenn wir schonmal in der Nähe sind. Warum nicht? 😉

Unser Flug von Denpasar ging zur völlig unchristlichen Uhrzeit 7 Uhr in der Früh. Unsere Nacht war also kurz nach 4 vorbei, wir verabschiedeten noch Flo und dann sind wir zu dritt losgezogen. „Tschüss Inselleben“ und „Hallo Mega-City“. Wir hatten echt Bock drauf. Endlich mal wieder Großstadt-Feeling, eine neue Kultur und vor allem ein bisschen System und Ordnung und ein geregeltes öffentliches Nahverkehrsnetz. 😀

In Singapur gibt es nämlich jede Menge Gesetze, die für Ordnung, Sauberkeit und auch Sicherheit sorgen. Da beim Verstoß auch gleich mit der Prügel- oder Todesstrafe gerechnet werden kann, hält sich offensichtlich auch der Großteil der Bevölkerung daran. Kaugummis sind verboten (auch die Einfuhr), in der Bahn darf nicht gegessen und getrunken werden und wer seinen Müll in der Gegend rumwirft, bezahlt einige hundert Dollar Strafe.

Das ist wie Klassenfahrt nur mit einer fremden Klasse

Als wir ankamen, hat es geregnet und in unserem Hostel sahen wir den Tatsachen in Auge. 16 Mann in einem Zimmer? Alle in unserem Zimmer? Noch ein Bett hat wohl nicht mehr reingepasst? Es war irre eng. Hätten wir uns ein wenig gestreckt, hätten wir unserem Bettnachbarn den Kopf kraueln können. Halleluja, das wird ja interessant. Wir haben zwar schon in den vergangenen Tagen zu viert in eigentlichen Doppelzimmern geschlafen, aber mit weiteren 12 Leuten wird es nun endgültig spannend.

Aber was soll’s. Es war unsere erste Hostelerfahrung (und wahrscheinlich auch die letzte). Ein Großteil der Betten war für eine Gruppe Chinesen reserviert, die sich zu jeder Tages- oder Nachtzeit über alle Betten hinweg unterhielten und viel Spaß miteinander hatten. Christian hat es dann eigentlich ganz treffend formuliert „Es ist wie Klassenfahrt, nur mit einer fremden Klasse.“ In der letzten Nacht wurde dann auch noch unsere Straße komplett erneuert inkl. Presslufthammer bis früh um 5. Geschlafen haben wir letztendlich also nicht wirklich viel.

Aber dafür am Tag umso mehr erlebt.

Peking-Ente, Chicken Masala und Kebab

Singapur ist ein unglaubliches Multi-Kulti-Land. Du findest dort in einer Straße neben der christlichen Kirche eine Moschee und zwei Gebäude weiter einen buddhistischen Tempel, der gegenüber von einem hinduistischem Tempel steht. Und alle sind glücklich damit. Cool.

Es gibt drei besondere kulturelle Stadtteile, die auf jeden Fall sehenswert sind und die wir natürlich nicht verpasst haben. Unser Hostel lag praktischerweise mitten im arabischen Viertel und als wir das Wort „Kebab“ gelesen haben, sind wir fast verrückt geworden. Nach 4 Monaten endlich wieder einen ordentlichen Döner. Wie geil ist das denn bitte? Außerdem gab es jede Menge Teppiche, die wir hätten kaufen können. Wenn wir denn einen bräuchten.

Die Moschee haben wir uns bei der Gelegenheit auch gleich mit angeschaut. Kirchen und hinduistische Tempel kennen wir ja nun. Letztendlich war es aber recht unspektakulär. Moscheen sind offensichtlich nur von außen sehr bunt und innen drin sehr spartanisch eingerichtet. Aber es war sehr interessant zu sehen. Während im Hinduismus oder auch im Christentum auf einer Art Altar jede Menge Figuren, Symbole oder ganze Statuen stehen, die angebetet werden, gibt es in der Moscheen nur eine kahle Wand, die nach Mekka zeigt.

Richtig cool ist auch die Hoji-Lane. Die Straße ist voll mit Streetart-Gemälden an den Wänden und kleinen niedlichen Shops.

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Anschließend ging es nach Chinatown. Wir lieben ja Chinatown – egal in welcher Stadt. Nachdem wir uns erstmal selbst durch das Getummel gewühlt haben, haben wir noch an einer Führung teilgenommen. Es gibt in Singapur die „Free Guided Walking Tours“ für Chinatown und Little India. Beide Touren dauern etwa zwei Stunden und sind kostenlos. Eine freiwillige „Spende“ für den Guide wird aber natürlich am Ende trotzdem gern gesehen.
Wir haben die Tour in Chinatown gemacht und waren zufrieden damit.

  • Die Tour in Chinatown ist übrigens immer montags, mittwochs und freitags 14.30 Uhr. Treffpunkt ist an der MRT-Haltestelle Chinatown (Ausgang A).
  • Die Tour in Little India ist immer dienstags, donnerstags und samstags 10.30 Uhr. Treffpunkt ist am ‚The Verge‘.

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Singapur von oben und endlich wieder Knackwurst

Ausblicke von oben sind ja immer etwas Besonderes. Wir wollten natürlich auch Singapur von oben sehen aber die Aussichtsplattform auf dem Marina Bay Sands war uns mit 23SG$ pro Person zu teuer. Gott sei dank hatten wir ein paar Tipps für Singapur bekommen und das ION Sky war ein besonders guter. Das Einkaufszentrum ‚ION Orchard‘ in der Orchard-Street hat ganz oben nämlich ebenfalls eine Aussichtsplattform und die ist kostenlos.

Auf dem Weg dorthin haben wir dann auch das verrückteste Eis gefunden, das wir je gesehen haben. Es gibt in Singapur nämlich Eis im Toastbrot. Frisch für dich zubereitet wird das Eis von einem großen Block abgeschnitten und ins Toast gelegt (wahlweise auch zwischen zwei Waffeln). Wie schmeckt’s? Wie Eis im Toastbrot. Ganz ehrlich. Aber es ist gut. So bescheuert wie es klingt und aussieht, aber es schmeckt.

Der Abend war dann das Highlight für die Jungs. Eine ehemalige Schulkameradin von Christian war nämlich zufällig ebenfalls für einen Tag in Singapur und hat uns direkt von Zuhause eine Salami und eine Knackwurst mitgebracht. Christian sind fast die Tränen gekommen, als er in die Wurst gebissen hat. Schon allein der Geruch aus der Tüte war himmlisch. Es ist schon verrückt, wie eine simple Wurst so glücklich machen kann. An dieser Stelle nochmal ganz, ganz lieben Dank, liebe Silke :).

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Ausflug nach Pandora

Am nächsten Tag ging es dann auch endlich zur wahrscheinlich bekanntesten Sehenswürdigkeit von Singapur. Das Marina Bay Sands Hotel und die Gardens by the Bay. Was für ein Hotel. Der Pool auf dem Dach ist unglaublich bekannt und wir wären gern eine Runde drin geschwommen. Aber leider (für uns jedenfalls) ist er nur für Hotelgäste zugänglich. Wir haben ehrlich kurz überlegt, ob wir uns nicht allein deswegen eine Nacht einmieten. Es hätte uns auch nur 569€ für das Zimmer gekostet. 😀 Wir haben uns dagegen entschieden. Das Geld haben wir nämlich lieber nochmal in einen Döner investiert.

Aber die Lightshow vor dem Hotel ist für alle frei. Jeden Abend 20.00 Uhr und 21.30 Uhr findet in der Bucht eine Lasershow statt, auf die wir direkt vor dem Hotel eine tolle Sicht hatten.

Der Hammer waren aber die Supertrees in den Gardens by the Bay. Schon bei Tageslicht voll verrückt anzusehen, aber im Dunkeln war es unglaublich. Jeden Abend 19.45 Uhr und 20.45 Uhr findet die Garden-Rapsody statt, quasi eine Lichtershow der Supertrees mit Musik. Wir haben uns auf den Boden gelegt, mitten zwischen die Bäume und die Show auf uns wirken lassen.

Wir haben uns gefühlt wie mitten im Film „Avatar“ ausgesetzt. Meistens sind solche Shows ganz hübsch, aber letztendlich nichts Besonderes. Aber diese Bäume sind einfach unbeschreiblich.

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Der letzte Abend – unser persönliches Highlight

Am letzten Tag kam uns dann DER Gedanke. Wir möchten ja eigentlich so gern hoch auf das Marina Bay Sands aber für einen Aufzug in den 56. Stock sind uns 23SG$ einfach immer noch zu viel. Also warum nicht einfach in die Sky-Bar Cé-La-Vi auf dem Hoteldach fahren? Die Drinks sind zwar völlig überteuert, aber dafür zahlen wir keinen Eintritt, sondern haben ebenfalls den Ausblick vom Dach, mit netter Musik und schlürfen nebenbei noch einen Drink.

Wir haben also unser Flip-Flops-Outfit gegen einigermaßen bartaugliche Klamotten getauscht, sind im Tower 3 an die Security vom Cé-La-Vi mit erhobenem Kopf und gestrafften Schultern herangetreten und haben gesagt, dass wir gern einen Drink in der Bar trinken wollen. Er hat uns durchgewunken, wir standen im Aufzug und plötzlich auf dem Dach. Das war einfacher als gedacht. Völlig geflasht standen wir erstmal am Geländer und konnten es nicht glauben. Wir stehen tatsächlich oben auf dem Marina Bay Sands Hotel und schauen auf Singapur und auf den weltbekannten Pool, in dem sich an die hundert Leute tummeln (da war dann auch endgültig der Reiz des Pools für uns verflogen).

Wir haben uns dann ein Getränk genehmigt (ein Saft kostet z. B. 8SG$, was immer noch besser ist als 23SG$) und sind dann noch auf die andere Seite, um auch wirklich einen Rundumblick auf Singapur zu bekommen.

Der krönende Abschluss war dann aber das Casino vom Hotel. Das steht gegenüber und ist für Touristen mit Vorlage des Reisepass kostenlos zugänglich. Kostenlos klingt wie immer perfekt für uns und außerdem wollten wir schon immer mal in ein richtiges Casino. Und das ist definitiv ein richtiges Casino.

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Es war auf jeden Fall eines der Highlights unseres Trips. Wir haben noch nie so einen abgebrühten Umgang mit Geld beobachtet und waren völlig fasziniert. Wir haben den Großteil der Spiele, außer vielleicht Roulette, zwar nicht verstanden, aber es war irre. Stapel an Chips und Bündel an Scheinen wurden hin- und hergeschoben und letztendlich verloren. Selbst wir haben völlig die Zeit vergessen. Wir mussten für unseren Flug am nächsten Morgen um 5 Uhr aufstehen und nach Mitternacht standen wir immer noch im Casino. Es war so spannend, dass wir uns kaum eine Vorstellung davon machen können, wie es ist, selbst zu spielen.

Wir haben uns am Ende nicht getraut unsere letzten Dollar zu verspielen. Wir brauchten noch Frühstück und außerdem hatten wir kein Spiel wirklich kapiert. Dafür gab es aber einen kostenlosen Getränkeservice. Den haben wir ausgiebig genutzt und sind dann irgendwann für eine kurze Nacht inkl. Presslufthammer endlich ins Bett gefallen.

Weitere nützliche Tipps:

Transport: Der öffentliche Nahverkehr in Singapur ist mit einem sehr gut ausgebauten MRT- und Busnetz super einfach geregelt und vor allem sehr günstig. Du kannst direkt am Flughafen eine Karte kaufen (mit hübschem Hallo-Kitty-Motiv), die du immer wieder aufladen kannst. Die Kosten für die Karte liegen bei 5SG$. Die Fahrt zu unserem Hostel lag bei noch nichtmal 2SG$.

Unterkunft: Unterkünfte sind in Singapur im Vergleich zum Rest Asiens relativ teuer. Aber es geht auch günstiger. Wir haben für ein Bett im 16-Bett-Dorm im Shophouse Hostel ca. 13€ pro Person bezahlt. Dafür war es aber auch gemütlich ;). Du findest ganz sicher etwas Passendes unter booking.de, agoda.de oder bei airbnb.de

Lecker Essen: Da es in Singapur unglaublich viele kulinarische Angebote gibt, solltest du die auch unbedingt nutzen. Ein Curry in Little India im Mekka Centre und eine Portion Chicken Rice im Maxwell Food Centre in Chinatown kosten etwa 4/5SG$ und sind super lecker. Grundsätzlich sind die Food Centre oder sog. Hawker Centre eine günstige Alternative zu den sonst recht teuren Restaurants in Singapur. Es geht zwar zu wie auf dem Basar, ist etwas laut und sieht eher nicht so gemütlich aus, aber es ist lecker und der Preis stimmt.

Im House of Kebab in der Arab Street gibt es übrigens den besten Döner (8SG$) und Falafel-Wrap (7SG$) der Stadt.

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