Reisetagebuch #8 – Herzlich willkommen mitten in der Pampa

Wir haben am Samstag die Adelaide Hills verlassen und sind zu unserem neuen Ziel Melrose aufgebrochen.

Ganz ohne einen letzten Abschied konnten wir uns von Adelaide aber nicht trennen. Und da es auch die Sonne gut mit uns meinte, haben wir die Chance genutzt und sind nochmal in die City gefahren.

Wir hatten im Internet gelesen, dass es in Adelaide einen kostenlosen Fahrradverleih gibt. Kostenlos? Fahrrad? Bei dem Wetter? Klasse, das klingt perfekt für uns. Das machen wir.

Also sind wir zum Shop von „Free Bike SA“ gefahren, haben unsere Reisepässe abgegeben, bekamen einen Helm in die Hand gedrückt und ein Fahrrad und dann konnte es auch schon losgehen. Das war unkompliziert. Fetzt.

kostenlose Sehenswürdigkeiten Adelaide

Unsere Fahrt sollte zum Strand gehen, hatten wir beschlossen. Auf der Karte sah es auch nicht weit aus und der Weg erschien simpel, es ging nämlich nur geradeaus.

Wir radelten also und radelten und radelten…und radelten…und kamen irgendwann endlich an. Die Karte hatte uns ausgetrickst. Es war nicht so nah, wie gedacht, sondern 12km weit weg. Da Christian an seinem Rad irgendwie nicht hochschalten konnte, hat er sich natürlich wahnsinnig einen abgestrampelt :D.

Am Strand war es wunderbar. Wir ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen, Christian sprang umher und wir beobachteten die Leute. Toller Vormittag. Aber leider hatten wir nicht ewig Zeit. Wir wollten am Nachmittag in Melrose sein und bis dahin waren es noch knapp 300km und vor allem nochmal 12km mit dem Rad zurück zum Shop.

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Dann ging es los. Unser erster kleiner Trip in Australien. Zwar kein großer Roadtrip, aber 300km sind ja auch was. Vor allem in Australien dauert es eine Weile. Maximal 110km/h dürfen wir auf dem Highway fahren. Ohh mein Gott, das kann ja langweilig werden.

Die Straßen waren lang, gerade und leer. Rechts und links gab es „jede Menge“ zu sehen. Viel freie Fläche, Büsche, Bäume und ähh ja Weite.

Die paar Orte, die wir durchquert haben waren irgendwie gruselig. Kein Mensch, kein Tier und irgendwie so gar kein Leben auf den Straßen. Wie ausgestorben. Es fehlte nur der berühmte Strohballen, der in Filmen immer über die Straße rollt.

Wir hatten irgendwann das Gefühl, wir kommen gar nicht mehr an. Aber dann waren wir da. Wir fuhren in Melrose rein, fuhren um die Kurve und sahen schon wieder das Ende der „Stadt“. Das ist ja winzig hier, dachten wir uns. Tja, 200 Einwohner brauchen ja schließlich auch keine riesige Stadt.

Aber irgendwie hat es was. Es ist so ganz anders als das, was wir bisher kennen.

Unsere neue Gastfamilie rund um Kerri und Rich ist aber wieder genauso toll, wie die letzten. Aber auch anders. Es gibt diesmal keine Tiere, außer einen verrückten Hund. Und drei kleine Jungs im Alter von 4, 7 und 9 und einen Bike-Shop mit Café.

Sol, der jüngste der Jungs, wird wahrscheinlich mal beim Fernsehen oder Radio oder sowas enden. Er redet unglaublich gern und hat ein wahnsinniges Mitteilungsbedürfnis. Viel zu schnell erzählt er viel zu viel und endet regelmäßig mit „This is the end of the story.“ Aber das ist in der Regel natürlich nicht das Ende. Dann kommt meistens die nächste Story.

Aber wir hören ihm gern zu (auch wenn wir nur etwa 30% verstehen).

Sonst sind wir wahrscheinlich in Christian seinem Traum gelandet. Wir sind umgeben von Mountainbikes inmitten eines dafür perfekt geeigneten Gebiets und wir dürfen sie sogar nutzen. Das haben wir an unserem zweiten Tag auch gleich gemacht und ich durfte direkt Bekanntschaft mit dem Waldboden machen. Das war kein so guter Start in meine Mountainbike-Karriere, aber ich habe ja jetzt die perfekten Bedingungen, um zu üben.

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Außer durch den Wald zu rasen, arbeiten wir aber auch wieder. Es dreht sich zur Zeit alles um das „Fat Tyre Festival“ am kommenden Wochenende. Kerri und Rich veranstalten das jetzt zum neunten Mal und das ganze Dorf ist eingespannt und aufgeregt. Über 1000 Menschen werden erwartet! Wie die alle in die 10 Straßen hier passen sollen, werden wir sehen.

Jetzt müssen wir erstmal noch jede Menge Tütchen mit Preisen packen, Erste-Hilfe-Pakete vorbereiten, die Trails im Wald bearbeiten und den Shop auf Vordermann bringen. Nebenbei saust immer der kleine Sol um uns herum und unterhält uns mit seinen Stories.

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