Reisetagebuch #3 – Wunderbare Tage auf Koh Phangan

Nach einer wundervollen Woche auf Koh Samui ging am Freitag unsere Fähre rüber nach Koh Phangan.

Knapp eine halbe Stunde waren wir auf dem Wasser unterwegs, bis wir auch schon anlegten. Ähnlich wie auf Koh Samui warteten am Hafen direkt mehrere Taxis oder Fahrunternehmen, die uns zur Unterkunft fahren wollten. Wer noch keine Unterkunft hat, bekommt auch diese gleich am Hafen angeboten. Aber wir hatten unsere ja schon im Voraus gebucht. Für 100 Baht pro Person wurden wir im Sammeltaxi zum Mayom Garden in Baan Tai gefahren.

Wir sind ausgestiegen und eine junge Frau winkte uns auch direkt freudestrahlend zu. Barfuß kam sie uns entgegen geeilt und begrüßte uns wahnsinnig herzlich. Ein kleiner süßer Welpe sprang zwischen ihren Füßen umher und eine alte Dackeldame beobachtete das ganze Begrüßungsspektakel vom Sofa aus. Nach einer kurzen Vorstellung zückte Rose, wie die Gute heißt, eine Karte von Koh Phangan, breitete sie auf dem Tisch aus und gab uns erstmal eine Einweisung für die Insel. Was sehenswert ist, was nicht, was man unbedingt machen sollte, was man lassen sollte und wo wir unseren fahrbaren Untersatz dafür herbekommen, war also nach den ersten 10 Minuten klar. Anschließend ging es über einen hölzernen Steg zwischen grünen Bäumen und vorbei an einem kleinen Teich zu unserem Bungalow. Wir kamen uns vor wie in einer anderen Welt. Eben noch der Trubel am Hafen, ein paar Meter entfernt die Straße und plötzlich absolute Ruhe und ein Gefühl, wie mitten im Dschungel.

Hier fühlten wir uns wohl. Das Bad an der frischen Luft, war noch das Highlight.

IMG_7471_k

IMG_7473_k

Datei 30.04.16, 10 54 31

IMG_7466_k

Am Abend wollten wir irgendwo auf der Insel was trinken gehen und mal wieder ein bisschen unter Leute kommen. Vielleicht in einer netten Bar am Strand dachten wir uns. Blöde Idee.

Wir sind einfach losgelaufen und im Dunkeln irgendwo in der Nähe des Strandes umhergeirrt. Gefunden haben wir zwar eine coole Pool-Bar direkt am Strand, aber leider ohne Menschen. Also doch. Sean und auch Rose hatten uns ja bereits gesagt, dass Koh Phangan zur Zeit recht leer ist. Aber so leer? Na gut, jetzt sehen wir es auch.

Und zack, da flammt es kurz auf. Das Gefühl von Einsamkeit. Wenn doch jetzt der oder der hier wäre, das wäre toll. Ohh je, jetzt schon? Wir sind noch nichtmal zwei Wochen weg und schon geht das Heimweh los? Das passt doch gar nicht zu uns.

Wir redeten auf dem Weg zurück zum Bungalow eine Weile darüber und waren uns schlussendlich einig. Klar wäre es schön, wenn der ein oder andere jetzt hier bei uns wäre. Wir würden gern so viele unserer Erlebnisse mit unseren Lieben zu Hause teilen und ein vernünftiges Gespräch führen, ohne dass das dürftige WLAN die Verbindung beim Videotelefonat ständig unterbricht. Aber haben wir wirklich Heimweh und sind einsam? Nein, wir haben uns beide und sind glücklich mit dem, was wir erleben und was wir noch vor uns haben. Wir denken oft an zu Hause und die Menschen, die dazugehören und freuen uns auf ein Wiedersehen, aber dies wird wohl noch eine Weile dauern.

Am nächsten Tag sind wir früh aufgestanden, die Sonne schien uns in Gesicht, es war mega warm und das komische Gefühl vom Vorabend war vergessen.

Also sind wir hochmotiviert losgezogen, um uns erneut einen Roller zu mieten und die neue Insel zu erkunden.

Unser Weg führte uns in den Norden. Wir wollten schnorcheln gehen.

Die kleine Insel Koh Ma ist über eine Sandbank zu erreichen und dort soll es sich wunderschön schnorcheln lassen.

Ich war das erste Mal schnorcheln. Ich habe schon in der Badewanne Probleme meinen Kopf unters Wasser zu tauchen, weil ich denke ich ertrinke oder mir läuft das Wasser in die Augen und Ohren. Ich bin also gar kein Freund von tauchähnlichen Aktivitäten, aber das wollte ich nun endlich mal probieren.

Ich habe es definitiv nicht bereut. Es war wunderschön und ein wahnsinnig tolles Erlebnis.

Datei 30.04.16, 10 55 49

 

Am Nachmittag ging es für Christian zum Muay Thai.

Muay Thai ist DER Sport in Thailand. An jeder Ecke sieht man Schilder, die auf ein Muay Thai Boxing Studio aufmerksam machen. In jeder Straße hängen Plakate für die kommenden Kämpfe und das passende Outfit bekommt man quasi überall. Also war klar, dass Christian das ausprobieren muss.

Für 400 Baht war die Teilnahme am Training bei Kobra Muay Thai auch kein Problem. Nach einer Aufwärmung, die bei 38°C bestimmt besonders viel Spaß machte, folgten knapp 2h Training. Es gab Techniktraining am Boxsack und mit Pratzen und zwischendurch wurde er immer wieder von einem der Trainer massiert.

Hätten wir noch ein bisschen mehr Zeit auf der Insel gehabt, hätten wir das sicher nochmal wiederholt.

IMG_7498_k

IMG_7516_k

IMG_7534_k

Am Sonntag fuhren wir nach dem Frühstück mit unserem Roller los und diesmal sollte es in Richtung Osten gehen und wir wollten die Strände der Insel erkunden.

Wir fuhren irgendwann einen Berg hoch und schlängelten uns so durch das Gelände, bis auf einmal neben uns ein Elefant stand. Wir mussten zweimal hinschauen, aber tatsächlich standen dort im Wald drei Elefanten. Da mussten wir anhalten und uns das anschauen.

Es stellte sich raus, dass man dort Elefanten-Trekking durch den Dschungel buchen kann und die Elefanten sahen auf einmal auch gar nicht mehr so frei aus. Mit einer Kette waren sie am Baum angebunden. Schade, aber da haben wir definitiv kein Interesse dran. Elefanten gehören nicht an den Baum gefesselt und als Dschungeltaxi sind sie auch fehl am Platz.

Wir fuhren weiter und fanden dann auch diese wunderschönen Strände, die diese Insel so besonders machen. Dazu kam, dass wir fast allein dort waren. Wir ließen uns nieder und haben einfach die Zeit genossen.

Datei 30.04.16, 10 54 59

Am Montag wollte ich dann unbedingt noch SUP, Stand-Up-Paddling, machen. Ich wollte es schon lange so gern ausprobieren und in Thailand waren die Bedingungen optimal. Wir suchten erstmal ewig nach der Surf-Schule, die wir im Internet fanden. Gefunden haben wir sie nicht, dafür aber wohl einen der schönsten Orte der Insel.

Datei 30.04.16, 10 59 54

Durch Zufall fanden wir aber kurze Zeit später einen weiteren SUP-Verleih. Dort konnten wir es ausprobieren. Für 250 Baht für eine Stunde war der Preis auch wieder super und wir paddelten los.

Wir hatten es uns schön und irgendwie entspannt vorgestellt. Es war schön, super schön. Das Meer und die Insel aus dieser Perspektive auf eigene Faust zu entdecken, macht unglaublich viel Spaß und ist ein tolles Gefühl. Aber entspannt ist es wohl nur, wenn man sich einfach treiben lässt. Sonst ist es wirklich Sport, vor allem bei Gegenwind. Wir paddelten und paddelten und unser Ganzkörper-Workout hatten wir für diesen Tag hinter uns :).

Datei 30.04.16, 10 58 06

Datei 30.04.16, 10 56 27

Am Abend genossen wir ein letztes Mal das gute Essen in „unserer“ Streetfood-Küche. Direkt am Straßenrand kurz neben unserer Unterkunft freuten sich die jungen Frauen jeden Tag über unser Kommen. Wir waren täglich mindestens zu zwei Mahlzeiten dort. Auf einer Schotterfläche, die bei uns wohl als schlechter Parkplatz durchgehen würde, hatten sie ihre Tische, Stühle und Herdplatten aufgestellt. Aber in unserer Zeit in Thailand haben wir Eines gelernt. Je klappriger die Sitzgelegenheiten und offener die Küchen, umso besser ist das Essen. Auch hier war das der Fall. Für umgerechnet 2,50 Euro pro Person war das Mittagessen, inkl. frischem Mango-Shake, unser tägliches kulinarisches Highlight.

Das werden wir auf jeden Fall vermissen.

Am Dienstag hieß es für uns dann „Abschied nehmen“ und zurück nach Bangkok.

Nachdem die Hinfahrt ja schon recht langwierig war, hielt diese Fahrt noch ganz besondere Überraschungen für uns bereit.

Wir waren zu Beginn ganz allein im Bus und der Fahrer entpuppte sich als „leicht“ verrückt. Er sprach kein Englisch und unterhielt sich aber während der Fahrt ständig mit uns und wollte uns zum Tanzen animieren. Er hatte thailändische Partymusik im Bus aufgelegt, dass die Boxen nur so kratzten und tanzte fröhlich hinter seinem Lenkrad, anstatt ordentlich zu fahren. Er verfuhr sich dann auch mehrmals und nachdem wir drei weitere Personen abgeholt hatten, waren wir dann wohl endlich auf dem richtigen Weg.

Komisch kam es uns nur vor, dass er dann ca. aller 20 Minuten anhielt, ausstieg und sich mit Wasser übergoss!? Nach einer Weile haben wir dann festgestellt, dass er total übermüdet ist und ihm die Augen ständig zufallen. Deswegen das kalte Wasser.

Na das kann ja lustig werden.

Wir grübelten zu fünft im Bus, wie wir den Mann wach halten, ohne dass er uns in den Graben fährt. Er muss dann gemerkt haben, dass wir uns Sorgen machen. Nach etwa 2h hat er einen Kollegen angerufen, den wir dann auf der Straße aufgesammelt haben und der uns dann nach Bangkok fuhr. Anstatt 7,5h, wie bei der Hinfahrt, waren wir letztendlich knapp 12h mit dem Bus unterwegs. Wir waren froh, als wir endlich ankamen.

Den letzten Tag haben wir dann noch gemütlich in Bangkok in unserem Hotel Mode Sathorn ausklingen lassen, bevor am Abend unser Flug ging.

Datei 30.04.16, 10 58 36

Jetzt sind wir bereits in Australien und unser Abenteuer Work and Travel hat gestartet.

Wir sind gespannt, was wir alles erleben werden und freuen uns darauf, dies mit euch zu teilen.

Fazit:

Eileen: Mein Säurebad in diesen Tagen war natürlich die Rückfahrt. Das Gefühl diesem Fahrer so ausgeliefert zu sein und noch mehrere Stunden Fahrt vor sich zu haben, möchte ich so schnell nicht wieder erleben. Koh Phangan an sich hatte für mich nur Positives zu bieten. Die Insel ist unglaublich sympathisch, die Strände wunderschön und die ganze Atmosphäre einfach toll. Mein Zuckerstück dabei war auf jeden Fall das Stand-Up-Paddling.

Christian: Mein Zuckerstück war das Schnorcheln. Es gab unglaublich viele Fische zu sehen, die sich von uns überhaupt nicht stören ließen. Mein Säurebad war die Hitze. Wir hatten leider in unserem Bungalow keine Klimaanlage, sondern nur einen Ventilator und so war es eigentlich immer warm und wir waren durchweg nur am Schwitzen :D.

Liebe Grüße aus Down Under

Christian & Eileen

Hat dir unser Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch einfach 🙂

Ähnliche Artikel

Keine Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar


*