Reisetagebuch #11 – Unsere verrückte Anreise in Bali

Am Samstag hieß es Abschied nehmen von Melrose.
Wahnsinn, wie schwer uns das gefallen ist. Obwohl wir ein tolles neues Ziel vor uns hatten, konnten wir uns nicht so wirklich von diesem Ort und den Menschen trennen.
Als wir gefahren sind, stand fest „Wir kommen wieder.“

Aber jetzt führte uns unser Weg erstmal zurück nach Adelaide. Wir übernachteten nochmal bei Emma, am Sonntagfrüh fuhr uns Charly zum Flughafen und zum Mittag saßen wir schon im Flieger. Auf nach Bali.

Wir kommen hier wohl nie weg

Direkt nach unserer Ankunft war uns dann auch schlagartig klar, dass die kommenden Wochen wieder ganz anders werden, als die letzten.

Während uns in Australien der Großteil der uns fremden Menschen hauptsächlich fröhlich grüßte und dann weiterging, wurden wir in Bali auf dem Flughafen quasi wieder belästigt. Wir waren gerade durch die Zollkontrolle durch, als uns zig Männer zuriefen „Taxi!!! Taxi!!!“. Ein freundliches „No, thanks.“ von unserer Seite wurde auch völlig ignoriert und schon standen fünf Leute um uns, die uns unbedingt fahren wollten. Natürlich zum besten Preis.

Wir liefen einfach weiter und konnten zwar die ersten abhängen, aber dann kamen von der anderen Seite schon wieder die nächsten. Ohh mein Gott, was ist hier denn los, haben wir uns gefragt.

Wir hatten schon vorher beschlossen unser Glück das erste Mal mit „Uber“ zu versuchen. Das ist eine App, mit der du dir schnell einen Fahrer vor Ort buchen kannst. Dieser fährt dich dann privat an das Ziel deiner Wahl und das wohl zu sehr günstigen Preisen.

Also klimperten wir unsere Wünsche in die App und bekamen sofort die Antwort, dass uns Edy mit seinem Suzuki in 5 min am Terminal abholt. Das Nummernschild stand ebenfalls in der Nachricht.

Das war ja einfach. Also los.

Als wir das Gebäude verließen, verließ uns aber auch jeglicher Optimismus. Überall wo wir hinsahen waren Autos. In mindestens drei Reihen standen private Fahrer mit ihren Wagen und sammelten die Leute ein. Dazwischen jede Menge Taxis und Kleinbusse. Tja und wo ist unser Edy? Wir rannten an den Autos mehrmals hoch und runter und suchten nach dem richtigen Nummernschild. Aber ohne Erfolg. Es war kein Edy mit seinem Suzuki zu finden.

Irgendwann kam dann die Nachricht, dass er wieder gefahren ist, weil er uns nicht finden konnte. Vielleicht hatten wir an der falschen Stelle auf ihn gewartet? Wir versuchen es nochmal. Also haben wir einen neuen Fahrer geordert. Aber auch hier war es am Ende das Gleiche. Wir fanden uns nicht und er fuhr wieder ohne uns.

Gleichzeitig wurden wir immer wieder von den Taxifahrern vor Ort bequatscht. Sie wollten uns ja so unbedingt fahren. Aber der Preis war etwa das Fünffache von dem, was angemessen war. Und wir sind arme Backpacker. Also rannten wir hartnäckig weiter vor ihnen weg.

Nach einem Telefonat mit einer Freundin, haben wir dann beschlossen das Flughafengelände zu verlassen und uns auf der Hauptstraße ein Taxi zu suchen. Na hätten wir das mal eher gemacht. Es dauerte nur wenige Minuten und wir saßen endlich im Auto.

Ob wir heute noch ankommen?

Wir haben uns dann mit Caro und Tim, dem Pärchen welches wir in Thailand kennengelernt hatten, zum Abendbrot getroffen. Wir hatten einen wundervollen Abend und wollten dann gegen 21 Uhr zu unserer Unterkunft fahren, die nochmal einige Kilometer entfernt ist.

Inzwischen hatten wir auch festgestellt, dass der Check-In nur bis 19 Uhr möglich ist. Na das haben wir ja früh gemerkt. Wir erreichten auch leider niemanden telefonisch. In der Nähe befindet sich auch keine weitere Übernachtungsmöglichkeit. Also falls keiner mehr da ist, stehen wir im Dunkeln vor verschlossener Tür und haben ein Problem. Nach einigen Überlegungen, ob wir es wagen sollen trotzdem hinzufahren, haben wir uns dafür entschieden. Los geht’s, wir brauchen nur mal wieder ein Taxi.

Was wäre das für ein Wunder, wenn wir direkt eines finden. Die ersten konnten mit dem Ort, den wir ihnen auf dem Handy gezeigt haben, gar nichts anfangen. Sie wissen nicht wo das ist, das ist zu weit weg, da fahren sie uns nicht hin. Fenster hochgemacht und weggefahren. Und wir standen wieder wie zwei Deppen am Straßenrand.

Irgendwann war sich aber einer sicher, den Ort zu kennen und wir fuhren endlich los.

Es dauerte vielleicht 10 min und er war sich doch nicht mehr sicher. Er blieb auf einmal stehen, stieg aus und rannte weg. Wo will er hin? Er fragte am Straßenrand irgendwelche Menschen nach dem Weg.

Endlich angekommen in unserer Oase

Er hätte auch einfach uns und unser Navi fragen können ;). Mit gemeinsamen Kräften haben wir es dann geschafft. Wir waren in der richtigen Straße. Aber unsere Unterkunft war nicht zu sehen. Ohh man. Wir fuhren die Straße hoch und runter, aber es war nicht zu finden.

Gott sei dank erreichten wir unseren Host dann doch noch übers Telefon. Wir sollen bleiben wo wir sind, er holt uns ab.

Es stellte sich dann raus, dass wir mit dem Auto gar nicht hingekommen wären. Das ist hier alles so verwinkelt und wir hätten es auch ganz sicher bei Tageslicht nicht alleine gefunden. Aber wir sind jetzt da und es ist der Hammer. IMG_8024

So versteckt wie es ist, so friedlich ist es auch. Wir sind insgesamt ganze drei Gäste, bekommen wundervolles Essen und Made und Wajan, die das kleine Homestay führen, sind unglaublich lieb. Die beiden versuchen alles für uns möglich zu machen.

Wir haben inzwischen auch wieder einen Roller und bereits zwei Surfboards.

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Also das Bali-Abenteuer kann nun losgehen.


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