Drei Tage Medewi – Ein Stück wahres Bali

Nach unserer Zeit in Ubud mussten wir wieder zurück ans Meer. Das Inselinnere von Bali ist zwar ebenfalls wunderschön, aber wir gehören einfach ans Wasser.

Unser Weg führte uns dieses Mal an die Westküste Balis. In den kleinen Ort Medewi. Hier soll es die längste Welle Indonesiens geben! Das klingt also nach einem guten Ort, um uns mit unseren Surfbrettern für ein paar Tage niederzulassen. 

Wo sind die Touris und die Tempel

Wir sind in Medewi, genau wie in Ubud, wieder völlig ohne Plan angekommen. Wir hatten weder eine Unterkunft gebucht, noch hatten wir ein Ziel in dem Ort. Aber unser Taxifahrer hatte einen Plan. Na wenigstens einer. Er kennt nämlich zufällig jemanden in Medewi und der vermietet natürlich Zimmer. Also sollte das unser Ziel sein.

Wir waren kaum dort, stolperten wir auch schon wieder aus dem Zimmer raus. Es roch unglaublich muffig, war völlig abgewohnt, dunkel und für das „Loch“ viel zu teuer. Na ein Glück, dass auf einmal aus dem Nichts ein Typ erschien, der sich an Flo schmiegte und ihm zuflüsterte, dass er ein tolles Zimmer nur etwa drei Minuten von hier besitzt.

Wir fuhren ihm hinterher und er hatte nicht gelogen. Mitten im Reisfeld fanden wir in der Villa Padi ein tolles Zimmer mit Ausblick und zu einem guten Preis. Die Familie, die das kleine Homestay führte war wiedermal unheimlich lieb und wir fühlten uns sofort wohl.

Die Umgebung war auch völlig anders als das, was wir bisher von Bali kannten. Außer uns waren nämlich nirgendwo „Weißbrote“ zu sehen. Von Tourismus keine Spur. Englisch funktionierte eher schlecht als recht, Hände und Füße waren da eher unser Kommunikationsmittel.

Außerdem fehlten die Opfergaben, Räucherstäbchen und die kleinen hinduistischen Tempel. Dafür gab es jede Menge Moscheen und Frauen mit Kopftüchern. Haben wir es bis dahin noch nicht gemerkt, dann hat uns spätestens der Muezzin fünfmal an Tag darauf aufmerksam gemacht, dass in diesem kleinen Teil von Bali ganz offensichtlich etwas mehr Muslime leben. Verrückt, wie sich das Bild einer Insel nach wenigen Kilometern so ändern kann.

medewi bali

IMG_8365

Brett vorm Kopf

Leider meinte es das Wetter in den ersten Tagen nicht so wirklich gut mit uns. Es regnete öfter und wir verbrachten die Zeit entweder gemütlich auf unserem Balkon, völlig durchnässt auf dem Roller oder mit dem Surfbrett im Wasser. Die Welle war nämlich wirklich der Hammer.

IMG_8394

Datei 24.07.16, 21 10 33

Datei 24.07.16, 17 34 04

Für mich war der Spaß aber leider bereits zu Beginn vorbei. Als ich mich mit Christian in die Wellen stürzte, überraschte uns eben diese und unterzog uns einem ordentlichen Waschgang. Dabei habe ich Christian’s Board mit voller Kraft in den Nacken und an die Schläfe bekommen. Eine ordentliche Beule, blaue Flecken und ein Cut im Nacken waren das Ergebnis und ich bekam eine Zwangspause aufgebrummt.

Ein Stück wahres Bali

Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit in Medewi. So abgeschieden vom Tourismus fanden wir hier noch ein Stück vom wahren Bali. Es gab ausschließlich kleine traditionelle Warungs, bei denen man eine Speisekarte vergeblich sucht, sondern das bekommt, was eben da ist und von den Menschen mit einer unglaublichen Herzlichkeit aufgenommen wird. Die Kinder in den Straßen winkten uns schon von Weitem zu, rannten uns entgegen und freuten sich offensichtlich wahnsinnig über unsere Anwesenheit. Wir fühlten uns wie was ganz Besonders und kamen uns schon fast wieder blöd vor.

Medewi liegt außerdem direkt unterhalb einer Bergkette, die wir mit dem Roller unsicher machten und den Bunut Bolong besuchten. Der Bunut Bolong ist ein riesiger heiliger Baum in dem Ort Manggisari der so groß ist, dass die Straße direkt hindurch geht. Es spinnen sich jede Menge Legenden um diesen Baum. Ehepaare sollten es zum Beispiel meiden ihn zu durchfahren. Die Scheidung lässt sonst angeblich nicht mehr lange auf sich warten. Aber für solche und andere mystische Fälle gibt es inzwischen eine Möglichkeit, den Baum direkt daneben zu umfahren.

Bunut bolong medewi bali

An unserem letzten Tag hatten wir die einmalige Gelegenheit gemeinsam mit Ida, unserer Mutti aus unserem Homestay, die Schule im Ort zu besuchen. Sie ist dort Lehrerin – für Indonesisch und Englisch. Was angesichts ihrer fast nicht vorhandenen Englischkenntnisse ziemlich überraschend war. 😀 Die Kinder freuten sich natürlich wieder mega. Ganz sicher auch über die Ablenkung vom Unterricht.

Wir bekamen eine kleine private Führung durch die Räume und saßen anschließend noch mit dem Schulleiter und den Lehrern im Lehrerzimmer zusammen. Wahrscheinlich haben wir den Kids zu einem freien Tag verholfen, weil sich alle nur noch um uns gekümmert haben und überhaupt kein Unterricht mehr stattfand. Aber es war eine tolle Erfahrung für uns. Wir wurden so herzlich aufgenommen und uns wurde alles mit einem unglaublichen Stolz gezeigt.

Die Schule ist eine Grundschule, in der die Klassen 1 – 6 unterrichtet werden. So wenig Räume wie zur Verfügung stehen, gibt es wahrscheinlich auch nur eine Klasse pro Jahrgang. Die Räume sind sehr groß und im Unterschied zu Deutschland eher spärlich eingerichtet und dekoriert. Aber es reicht aus. Die Kinder und auch die Pädagogen haben unglaublich gestrahlt und wir hatten den Eindruck, dass Schule hier wirklich allen großen Spaß macht. Cool.

Wir bekamen am Ende sogar eine kleine Unterrichtsstunde in Indonesisch.

medewo bali schule

Datei 24.07.16, 21 06 17

IMG_8370

IMG_8374

Datei 17.07.16, 16 27 04

Zurück nach Canggu

Nach ein paar Tagen an diesem tollen Ort fuhren wir wieder nach Canggu.

Die Fahrt war der Horror. Für die knapp 70km haben wir über drei Stunden gebraucht. Im nicht klimatisierten Auto. Aber in Canggu warteten endlich Jan und seine Freundin Rosita auf uns. Wir haben uns riesig gefreut uns wiederzusehen und freuten uns sehr auf die gemeinsamen Tage…

Willst du in Zukunft keine Tipps und Berichte mehr von uns verpassen? Dann melde dich für unseren Newsletter an!

Hat dir unser Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch einfach 🙂

Ähnliche Artikel

Keine Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar


*